LiFE 18 Filmkritik: Die Göttliche Ordnung
Filmkritik: Ballon
Wackersdorf, der Film
So was von da, Filmkritik
Safari - match me, if you can - Filmkritik
Blind und Hässlich, Filmkritik

Bald kann es gut vorkommen, dass aufgrund der GEMA in Jugendzentren in keine Musik mehr gespielt werden kann. Sonja hat sich mit dem Thema auseinandergesetzt und einen Beitrag gemacht.

Tief in die deutsche Nachkriegsgeschichte bringt uns der Film „Die Geheimnisse des schönen Leo“ Erst einmal beginnt der Film wie eine normale familiäre Spurensuche. Der Regisseur des Films, Benedikt Schwarzer, ist Enkel von Leo Wagner, welcher Mitbegründer der CSU und enger Spezl von Franz-Josef Strauß ist. Er sitzt im Bundestag für die CDU/CSU –Fraktion und ist für die Tochter als Vater nicht wirklich präsent. Die wenigen Wochenenden, die der Vater nach Hause kommt werden als beklemmend angesehen. Daher scheint es nicht verwunderlich, dass die Tochter mit dem Vater bricht und der Enkel sich als Filmemacher auf die Spuren seines Opas begibt. Doch was dann folgt, ist eine Räuberpistole der anderen Art. Der schöne Leo, tagsüber Vollblutpolitiker taucht nachts in die Welt der Nachtclubs ein. Seine Familie benutzt er nur als Fassade. Hochverschuldet wie er war, sah die Stasi der DDR ihre Chance auf Einflussnahme der Politik der BRD... Ein schöner Film, der uns tief eintauchen lässt in die deutsche Politik der 50er bis 70er Jahre und gleichzeitig ein gut gehütetes Familiengeheimnis enthüllt. Ein amüsanter und unbedingt sehenswerter Film, der noch am Mittwoch, Freitag und Sonntag beim DOK.fest München zu sehen sein wird. (LiFE am 05.05.2018)

Die Entstehung von Musik bringt Höhen und Tiefen – sowie Erfolge und Probleme. Auf dem DOK.fest München 2018, konnte man dem jungen Nachwuchskünstler Jesper Munk auf dem Entstehungsweg seiner Musik folgen: Der Film „For in my way it lies” von Lukas von Stein zeigt uns drei Facetten: Man erfährt den Prozess der harten Arbeit, Songs zu schreiben und zu gestalten. Wir reisen nach Kanada, wo Jesper Munk und seine Band die Welt der aufregenden Live-Acts und Bühnenshows entdecken. Der dritte Teil zeigt den lustigen, kreativen Zeitraum, wenn die Musik aufgenommen wird. Die ganze Geschichte wird ohne herkömmliche Interviews mit dem jungen Münchner erzählt. Der Dokumentarfilm von Lukas von Stein zieht sich zwar an manchen Stellen, aber die Ebene der Musik wird deutlich gezeigt, auch wenn man wenig Details über das Leben von Jesper erfährt. Die Perfektion und Detailverliebtheit des Musikers spiegeln sich in der Auswahl der Instrumente wieder: Lieber das Klappern von Kokosnussschalen oder der Klang einer Blockflöte für den perfekten Sound? Der Film zeigt einen Einblick in liebevoll produzierte, meinungsstarke Musik anstelle von technisch produzierten Elementen und Klängen. Die Nähe zur Musik wird auf den Punkt gebracht, am Ende des Filmes bleiben einige Fragen offen – vielleicht gewollt. Musikliebhaber und Schaffende bekommen bei diesem Film einen super Eindruck, wie es sich anfühlt, vor einem leeren Blatt Papier zu sitzen und die ersten Zeilen erschaffen zu müssen.

The Cleaners von Hans Block und Moritz Riesewick ist für mich einer der Höhepunkte auf dem DOK.fest München 2018 In wunderbaren Bildern und Interviews erfährt man davon, was eigentlich mit den kritischen Posts passiert, die täglich auf Facebook, Youtube und Co hochgeladen werden. Nur wenige wissen, dass der Großteil der Firmen, die sich auf das Prüfen der Bilder und Videos spezialisiert haben, auf den Philippinen, genauer, in Manila sitzen. Die beiden erstaunlich jungen Filmemacher haben sich in ihrem Erstlingswerk sowohl der schnell angelernten, sogenannten Content Managern angenommen, als auch der Frage, was passiert mit zu Unrecht gelöschten Bildern oder auch, was passiert, wenn nicht eingegriffen wird? Die Antworten sind erschreckend. Der Film zeichnet einen genialen Bogen von der individuellen Geschichte derjenigen, die tagtäglich der Flut an grausamen Bildern ausgesetzt werden über die Idee der freien Meinungsäußerung von Managern der sozialen Plattformen, über diejenigen, die möglichst schnell Bilder und Videos retten, bevor sie gelöscht werden bis hin zu Völkermordähnlichen Auswüchsen an denjenigen, die sich gegen Hatespeech nicht zur Wehr setzten können. Ein nachhaltiger und spannender Film, den man unbedingt gesehen haben soll. Freitag, 11.5. um 22.00 Uhr nochmal im City 2 oder ab 17. Mai 2018 regulär im Kino.

Wie weit darf der Mensch in die Natur eingreifen, ohne dass er nicht Gott spielt? Diese Frage stellt sich der Film Genesis 2.0, indem er sibirische Mammut-Stoßzahn-Jäger auf der Suche nach ihrem Millionenfund folgt und ein Team Wissenschaftler versucht das Wollhaarmammut wieder auferstehen zu lassen. Auf der einen Seite zeigt der Dokumentarfilm die gefährliche Welt der Stoßzahnjäger, die auf sibirischen Inseln um ihr Leben kämpfen, nur um das große Geld mit einem unmöglichen Fund zu machen. Der ehemalige Spitzensportler Maxim Arbugaev begibt sich mit seiner Kamera zusammen mit anderen Jägern auf diese Inseln und schafft es mit einfachen Bildern und ruhigen Landschaftsaufnahmen den Zuschauer komplett mit in diese Welt zu holen. Man ist förmlich mitten in der Odyssee gefangen und hofft, dass sie den Stoßzahn finden, der sie aus ihrem Leid befreien wird und Reichtum verschafft. Eine komplett andere Sichtweise erzählt der zweite Regisseur Christian Frei: Akademiker und Wissenschaftler versuchen mithilfe von Mammutüberresten tatsächlich das Urzeit Tier wieder in unser Leben zu bringen. Dabei steht immer wieder die Frage im Raum, wie man solch eine Aktion ethisch vertreten kann und ob man als Mensch so stark in die Natur eingreifen sollte... Gesehen auf dem DOK.fest 2018 in München, Filmstart voraussichtlich 17.01.2019